21. Oktober 2020 | Inspiration

Yes We Can – Die Kraft der Rhetorik

Ich bin ein Berliner – John F. Kennedy

Yes We Can! – Barack Obama

 

Meilensteine der Menschheitsgeschichte. Zitate, die sich in unser Gedächtnis eingebrannt und unsere Zeit maßgeblich beeinflusst haben. Doch wieso haften manche Reden so vehement an unseren Erinnerungen? Das gesprochene Wort ist eine Kunst. Das Handwerk der Rhetorik. Ein einschlägiges Leitbild, welches sich aus dem antiken Griechenland heraus über die frühe Neuzeit bis hin in unsere Gegenwart zieht.

Der Begriff Rhetorik lässt sich übersetzen als „Redekunst“. Ihre Anfänge liegen in der Antike Griechenlands. Unter anderem Platon, Aristoteles und Cicero zählen zu den einflussreichsten Philosophen überhaupt und gelten als Vorreiter der Rhetorik. Sie prägten die Bedeutung des Wortes und verknüpften diese Kunst mit einem System. Also eine Kombination aus Kunst und Wissenschaft. Kreativität, vereint mit methodischen Stilmitteln. Rhetorik begrenzt sich nicht nur auf die reine Theorie, sondern wird belebt durch Geschick, Talent und Charisma.

Zur Redekunst gehört die Fähigkeit der Überzeugung. Die Übermittlung einer Botschaft, so mitreißend, so fesselnd, dass sie eine ganze Bewegung auslösen und als Wegweiser dienen kann. Die Zuhörer müssen an Ihren Lippen hängen und die Message verinnerlichen. Die Rhetorik hat schon so manche Handlungen geformt und Verhaltensweisen beeinflusst. Ein einziges Wort kann die Waage kippen lassen.

Waage des Rechts

Das rhetorische Phänomen hat seit der Antike unumstößlich Bestand. In der damaligen Zeit entfaltete sich die Kunst rhetorischer Fähigkeiten bei gerichtlichen Verhandlungen. Der mündliche Schlagabtausch vor Gericht war gang und gäbe. Das gesprochene Wort war mächtig. Ihm wurde ein weitaus größeres Gewicht zuteil als dem geschriebenen. Umso wichtiger war dementsprechend die Fähigkeit, seine Ansichten mit einer starken Überzeugungskraft zu übermitteln und seine Position zu vertreten. Um das Recht auf seiner Seite zu haben, musste ein bleibender Eindruck hinterlassen werden. Aber auch über das Gerichtsgeschehen hinaus weitete sich die Bedeutung der gesprochenen Sprache immer weiter aus. Aufgrund einstig fehlender Bildung und mangelnder Sprachkompetenz wurde der Bedarf nach „Redelehre“ immer lauter.

Als Schöpfer der Rhetoriklehre haben Korax und Teisias das Wissen über die theoretischen Ansätze der Redekunst verbreitet. Sie unterrichteten, lehrten und teilten ihr geistiges Kapital. Sie gaben der Rhetorik die erste Form und strukturierten den Aufbau einer Rede:

  • Einleitung (Proemium)
  • Erläuterung der Sachlage (Narratio)
  • Beweisführung (Argumentatio)
  • Abschweifung (Disgressio)
  • Schlusswort (Peroratio)

Im 5. Jahrhundert vor Christus erfuhr die Rhetorik einen Aufschwung und immer mehr Bildungsstätten für die rhetorische Lehre wurden ins Leben gerufen.

Die Welt wandelt sich mit der Zeit und mit ihr auch die Ansichten. Als Reaktion auf die Außenwelt erlebte die Rhetoriktheorie einen Abwärtstrend. Unter anderem Goethe vertrat die Auffassung, Rhetorik sei der Wegweiser dafür, sich zu verstellen.

Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Gedanke hinter rhetorischer Methode und Wissenschaft verworfen. Die Entwicklungstendenz ging in Richtung Emotionen. Nun lag das Hauptaugenmerk auf einer Rede voller Gefühl, Leidenschaft und Empfindung. Aber trotz der ganzen Aufs und Abs hat die Rhetorik im Laufe der Zeit nicht an Wichtigkeit verloren. Das Wesen der Kommunikation ist auch heute noch von entscheidender Bedeutung. Die Macht der Kommunikation ist monumental. Eine gute Rede kann bewegen, beeinflussen und führen. Sprache hat Gewicht. Sie kann die Kluft zwischen ganzen Nationen ausweiten, aber auch verringern. Kriege entfachen oder beenden. Die Gesellschaft teilen oder eine Gemeinschaft vereinen. Vor allem in der Politik ist die rhetorische Kraft förmlich zu spüren. Viele große Persönlichkeiten gingen mit ihrer Rede in die Geschichte ein.

 

„I have a dream“ – Martin Luther King

 

Ein Bürgerrechtler, der gegen Rassentrennung und Unterdrückung kämpfte. Ein Traum von Gleichberechtigung. Eine fünfzehnminütige Rede, die ein ganzes Land veränderte. Es ist die Kraft der Worte, die niemals in Vergessenheit gerät.

Es gibt Menschen, die schon von Natur aus dafür geschaffen sind. Überspitzt gesagt: als guter Rhetoriker geboren werden.

Aber ja! Rhetorik ist erlernbar. Es gibt viele Tipps und Tricks, Seminare und Workshops, um seine kommunikativen Fähigkeiten zu schleifen und zu formen. Insbesondere im geschäftlichen Umfeld kommen Sie fast gar nicht drum herum zu reden. Sei es bei Präsentationen, Kontakt zu Kunden oder Geschäftspartnern oder lediglich bei einer Firmenveranstaltung. Übung macht den Meister.

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